OPO Oeschger
: Wie entstand die Idee, Holz als einen Innovationsträger zu verwenden und daraus beispielsweise Taschen herzustellen?

Sebastian Sturm: Nach der Schreinerausbildung  habe ich Holztechnik studiert und bin auf die Frage gestossen, wie man Holz dauerhaft elastisch und stabil machen könnte. Während der monatelangen Arbeit an der Umsetzung im Rahmen meiner Abschlussarbeit entstand über Kontakte im Mode-Management die Idee, diesen neuen Werkstoff für Portemonnaies und Taschen einzusetzen. Schon die ersten Muster kamen gut an, und als nächstes gründete ich mein eigenes Label.

Welche Entwicklungsstufen hat Ihre Technik durchlaufen?
Es brauchte einige Quadratmeter Holz, bis diese Entwicklung funktioniert hat. Wir haben mit den unterschiedlichsten Klebern und Gewebearten experimentiert, um das Furnier perfekt auf der Rückseite zu belegen. Dadurch wird es dauerhaft elastisch ohne zu reissen, mit ähnlichen Eigenschaften wie bei Leder.

Gibt es Holzarten, die sich gut und solche,die sich weniger für Ihre Verarbeitungsform eignen?
Wir schauen stark auf die Nachhaltigkeit der Hölzer und können dank langjähriger Erfahrungen fast jede Holzart verwenden wenn sie astfrei und nicht zu spröde ist.

Kann man sagen, dass es Holzarten gibt, die eher von Frauen, und solche, die eher von Männern bevorzugt werden?
Die Wahl spiegelt eher die Verwendung: Im Business-Bereich wird häufig die dunkle, elegant und edel wirkende Räuchereiche bevorzugt, die man oftmals erst auf den zweiten Blick als Holz erkennt. Helleres, wilderes Holz wie Amazaque mit seiner deutlichen Maserung wird eher für Alltagsgegenstände und von Menschen gewählt, die direkt den Holzcharakter erkennen wollen.

Im Vergleich zu Umsetzungen rein aus Leder – welche Vorteile bietet Holzfurnier hier als Material?
Die Taschen aus Holz sind deutlich leichter – bei besserer Stabilität. Dazu kommt die schönste Eigenschaft von Holz, jedes Stück zum Unikat zu machen. Der Werkstoff Holz bietet mit seiner Wärme und Ausstrahlung enorme Variantenvielfalt für jeden Geschmack.

Können Sie sich andere Produkte oder Anwendungen mit Ihrer Technik vorstellen?
Wir arbeiten ständig daran, neues aus Holz zu kreieren. Auch um Holzverwendung populärer und zu einer nachhaltigen Alternative zu nicht umweltfreundlichen Materialien wie PU oder Kunstleder zu machen.

Welches war die grösste Herausforderung bei der Entwicklung dieser neuen Technik?
Neben der Beherrschung der Technik durch die richtigen Komponenten mussten wir uns auch als Unternehmen mit innovativen Produkten im Markt platzieren. Dies gelingt mittlerweile sehr gut und wir verkaufen erfolgreich weltweit.

 

Zu den Taschen und Accessoires von Sebastian Sturm im OPO-Net

Leicht, flexibel und robust.

Um die besondere Flexibilität zu erreichen, werden für diese neuartige Furniertechnik sowohl die Oberseite als auch die Rückseite des Holzfurniers bearbeitet. Die Oberfläche ist mit einem hochwertigen UV-Öl behandelt, wodurch man eine natürliche und glatte Oberfläche erhält.
Auf der Rückseite werden verschiedene Gewerbearten aufkaschiert, deren Material hoch flexibel ist und die dadurch dem Furnier den nötigen Halt für dreidimensionale Bewegungen verleihen. Dank dieses Verfahrens lassen sich robuste Produkte herstellen, die dazu leicht und flexibel sind. Überzeugen Sie sich gerne selbst!

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